Es wurde angenommen, dass es bei einem Anlieferungsvorgangs von Bleichlauge zu einem Leck in der Tankzuleitung gekommen war. Rund 2000 Liter Bleichlauge seien infolge der Leckage ausgelaufen. Die ausgelaufene Bleichlauge lief in ein in der Firma vorgehaltenes Auffangbecken. Auf dem Weg zum Auffangbecken kam es im Rohrleitungssystem zu Verunreinigungen des Mediums. Durch den Kontakt der Bleichlauge mit den Verunreinigungen entstand Chlorgas.
Die Abwicklung des Einsatzes bestand somit aus zwei Aufgabenbereichen. Zum einen musste verhindert werden, dass das entstandene Chlorgas sich ausbreitet und somit eine Gefahr für die Bevölkerung darstellte und zum anderen mussten die 2000 Liter ausgelaufene Bleichlauge aufgenommen werden.
Eine Person war beim Eintreffen der Feuerwehr noch in der Firmenhalle als vermisst gemeldet. Der Einsatzleiter der Feuerwehr Asperg, Kommandant Stefan Fritz, legte das Einsatzstichwort nach der ersten Erkundung daher auf die Kategorie Gefahrgutunfall 4. Das ist die zweithöchste Einsatzkategorie für Gefahrgutunfälle im Landkreis Ludwigsburg.
Umgehend wurde durch die Feuerwehr die Personensuche und Menschenrettung eingeleitet. Parallel wurden mit einem Wasserwerfer vom Hilfeleistungslöschfahrzeug und mehreren Rohren die entstandenen Chlordämpfe niedergeschlagen.
Gemäß Alarm- und Ausrückeordnung rückten die Feuerwehren aus Tamm, Ludwigsburg, Möglingen und Schwieberdingen an. Vom Rettungsdienst und der Polizei wurden ebenfalls mehrere Einsatzkräfte angefordert. Die vermisste Person konnte schnell durch die Einsatzkräfte der Feuerwehr aufgefunden werden und zur Behandlung an den Rettungsdienst übergeben werden.
Im weiteren Einsatzverlauf wurde eine strukturierte Einsatzleitung aufgebaut. Hier unterstützten die Kräfte der Führungsgruppe Schwieberdingen den Einsatzleiter. Ein Abschnitt im rückwärtigen Firmengelände zum Niederschlagen von Chlordämpfen wurde durch die Feuerwehren Tamm und Möglingen gebildet.
Um die 2000 Liter ausgelaufene Bleichlauge aufzunehmen und zu separieren kam eine spezielle Gefahrgutpumpe zum Einsatz. In dem unmittelbaren Gefahrenbereich wurden mehrere Trupps unter schweren Chemikalienschutzanzügen eingesetzt.
Die Dekontaminationseinheit der Feuerwehr Ludwigsburg reinigte die im Einsatz gewesenen Einsatzkräfte fachgerecht beim Verlassen des Einsatzbereiches.
Während des Einsatzes fanden enge Abstimmungsgespräche zum Vorgehen zwischen dem Einsatzleiter und der Geschäftsleitung der Firma Collini statt. Hier stand die Fachberaterin Chemie der Feuerwehr Asperg beratend zur Seite.
Nach rund drei Stunden war die angesetzte Großübung beendet. Sie lieferte weitere gute Erkenntnisse zur zukünftigen vorbeugenden Schadensabwehr.
Die Übung konnte als voller Erfolg der guten Zusammenarbeit zwischen Firma und Feuerwehr gewertet werden. Zeigte sich doch deutlich, dass die im Vorfeld umgesetzten Sicherheitsstandards dazu beigetragen haben, dieses Übungsszenario ohne Probleme bewältigen zu können. Ebenfalls zeigte sich bei dieser Übung die überaus gute Zusammenarbeit der beteiligten Feuerwehren, dem Rettungsdienst und der Polizei.
Bericht Ludwigsburger Kreiszeitung
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